Damals…Schule 25. August 2008
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Vor über einem Jahr ging meine Schullaufbahn nach 14 mehr oder weniger erfolgreichen Jahren zu Ende. Jetzt, kurz vorm Studium und mit einigem gedanklichen Abstand zu dieser…Institution ist es Zeit, eine kleine Bilanz zu ziehen.
Was habe ich also gelernt? Viel, zu viel. Aber ich bin froh, schon einmal in meinem Leben von diversen Dingen gehört zu haben. Auch von Infinitesimalrechnung. Kann nie schaden. Auch wenn ich es damals nicht geglaubt habe. Ich bin auch dem Geschichts-LK auf Lebenszeit dankbar. Nicht wegen dem Stoff, sondern wegen der Art zu arbeiten, die man dort vermittelt bekam. Das richtige Lesen von Texten. Hilft doch ungemein, auch für eine Pressemitteilung der CSU.
Was – zumindest in meinem Fall – aber am meisten hängen blieb, war das Wissen, nichts richtig zu wissen, zu können oder zu beherschen. Hat mir etwas zu schaffen gemacht. Wenn man in die freie Welt hinauskommt in dem Glauben, das alles, was man bis jetzt erreicht, gelernt und geschafft hat sinnlos oder zumindest minderwertig ist. Welche Fähigkeiten ich habe? Vor einem Jahr hätte ich gesagt: Keine. Ich wär in sämtliche offene Messer gerannt die auf meinem Weg aufgetaucht sind. Bis ich irgendwann von anderen gelernt habe, etwas zu können, nicht ganz so dumm zu sein, wie ich dachte. Dank geht also in erster Linie an alle Mitarbeiter der BSF am CKH St. Josef. Und natürlich an die Schüler, deren Schulaufgaben so unglaublich aufbauen sind. Spaß. War ich vor einem Jahr noch depressiv, weil ich weder wusste was ich studieren, geschweige denn mit was ich Geld verdienen soll, noch wahnsinnig motiviert für die dunkle, böse, kalte Welt da draußen. Jetzt steht die Uni kurz bevor und ich habe wieder Angst, in diesen Abgrund zu stürzen. Nirgends ist der Vergleich untereinander größer, nirgends bekommt man stärker gezeigt wie blöd oder intelligent man ist, auf einmal zählen wieder auswendig gelerntes Wissen und gute Noten. Wo sich doch in der echten Welt niemand dafür interessiert. Es gibt nämlich tatsächlich Menschen, die Fähigkeiten erkennen und fördern. Schade, dass das in der Schule so selten der Fall war.
Muse feat. The Streets – Who Knows Who 5. August 2008
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Extreme – Saudades De Rock 5. August 2008
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Da ist es also. Das erste Studioalbum seit 1995. Nach Waiting For The Punchline hatte Nuno Bettencourt gekündigt und Gary Cherone wurde von Van Halen abgeworben. Cherones Intermezzo dauerte aber nicht lange, danach trieb er sich mit dem Tribe Of Judah herum, der aus erstaunlich vielen bekannten Gesichtern des Extreme-Universums bestand (Mike Mangini, Pat Badger) und mit Steve Ferlazzo einen von Nunos Musikern (DramaGods, Satellite Party). Die Wege der Extreme-Mitglieder hat sich also immer wieder gekreuzt und irgendwann reihte sich ein kleiner Gig mit Nuno und Gary an den anderen. Irgendwann dachten beide dann wohl, dass man vielleicht doch mal wieder gemeinsam ein Album veröffentlichen könnte.
Neben den beiden Protagonisten befindet sich, wie bei allen Extreme-Alben, Pat Badger am Bass. Neu hinzugekommen ist Kevin Figueiredo an den Drums. Den zieht Nuno schon seit einiger Zeit mit sich rum (DramaGods, Satellite Party). Der frühere Schlagzeuger Paul Geary ist derweil ins Extreme-Management gewechselt. Somit sind alle wieder glücklich vereint und irgendwie involviert.
Vorab gabs ja auf ihrer MySpace-Seite schon die Single Star zu hören. Kurz vor dem Europa-Release des Albums wurde dann noch Comfortably Dumb auf UltimateGuitar veröffentlicht. Somit sind die ersten beiden Songs des Albums hinlänglich bekannt. So ganz konnten sie keine Euphorie entfachen. Die Probleme, die man an diesen beiden Songs beobachten können, ziehen sich das ganze Album über durch.
- Gary Cherone klingt gewöhnungsbedürftig. Sehr nach Chris Cornell, es fehlt auch irgendwas von früher. Fragt mich nicht was, aber zwischen III Sides und Waiting for the Punchline hat er eine Entwicklung durchgemacht, die nicht von allen als positiv empfunden wird.
- Nuno produziert alles. Spricht ja erst mal nichts dagegen, er ist ein grandioser Musiker und Perfektionist. Aber ein „externer“ Produzent kann auch mal nen Schritt zur Seite gehen und Verbesserungen einbringen, auf die man nicht kommt wenn man den Song geschrieben hat.
Die Platte ist ein Rock-Album mit viel Funk. Wie sollte es auch anders sein? Aber es gibt auch Überraschungen. Da wäre zum Beispiel Take Us Alive, sehr Country-angehaucht. Oder King Of The Ladies – könnte am Gesang liegen. Mit Last Hour kommt zwar schon recht bald ein balladesker Song, die richtige Ballade aber kommt erst relativ spät. Track 9, Ghosts, lebt von Klavier, dezenten Drums und einer schönen Melodie. Auch wenn Extreme eigentlich eine HardRockFunkMetal Band sind, im Balladen schreiben sind sie groß. Danach kommt mit Slide eine äußerst Nuno-typische Funknummer. Die Nachwuchs-Gitarristen haben auf der Platte übrigens so einigen Grund zu weinen.
Auf ihrem Comeback machens Extreme wie Queen bei ihrer letzten – sie covern sich selbst. Wars bei Queen noch Heaven For Everyone von Roger Taylor und Too Much Love Will Kill You von Brian May – beides neu eingesungen von Freddie Mercury, ist es nun Interface von Nunos Soloprojekt DramaGods. Wieder musste der ursprüngliche Sänger (Nuno) weichen. Entstanden ist ein Duett zwischen Gary und Nuno. Es zeigt sich, dass der Gitarrist nicht unbedingt der schlechtere Sänger sein muss. Da sich der Song an sich sonst nicht verändert hat, kann man gut vergleichen und feststellen, dass sich die Extreme-Version doch ein kleines bisschen besser anhört.
Danach folgt noch eine schöne Rocknummer (Sunrise) und mit Peace (Saudade) schließt das Album ab. In der Europa-Version folgt dann noch ein Bonus-Track. Nämlich eine Demo von 1985. Americocaine heißt das Ganze und klingt, wie Extreme eben damals geklungen haben.
Fazit: Man kann ein schlechteres Comeback hinlegen. Wem Pornograffitti gefällt, wird nicht glücklich werden damit. Das Album tritt ganz klar in die Fußstapfen seines Vorgängers. Nur glatter produziert. Einmal hören reicht bei diesem Album aber auf keinen Fall.
Ironie 11. Juli 2008
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ZoneAlarm hat ein Update veröffentlicht, da es nach dem installieren eines der letzten Windows-Updates wohl nicht mehr möglich ist, sich in irgendeiner Form mit dem Internet zu verbinden. Stellt sich nur die Frage, wie man sich dieses Update besorgen soll…
Wahlkampf der Regensburger CSU 30. Juni 2008
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Im September ist Landtagswahl. Seit ein paar Wochen hängt das Konterfei des überaus sympathischen CSU-Direktkandidaten Dr. Franz Rieger in der Gegend rum. Über den frühen Zeitpunkt kann man streiten, ist aber Ansichtssache. Aber nun hat der nette Herr eine Anzeige für den Landtagswahlkampf in der Abiturzeitung eines städtischen Gymnasiums geschaltet. Auch darüber kann - muss -man streiten. Auf Nachfrage allerdings sieht Dr. Rieger seine Anzeige nicht als Wahlkampf, sondern als soziale Unterstützung der armen Abiturienten. Für Wahlkampf sei es eh noch viel zu früh – deswegen hängen auch seine Plakate schon.
Ein weiterer, sehr interessanter Aspekt für alle Verschwörungstheoretiker, ist die Telefonnummer seiner Kanzlei. Sie enthält einmal 666 – besser als „The number of the beast“ (Die Zahl des Tieres/Teufels) bekannt – und zum anderen die 88, was in der Symbolik der Neonazis für den achten Buchstaben im Alphabet steht (wer zu faul zum zählen ist: H). 88 = HH, also Heil Hitler. Was ist also dran an den Vorwürfen um Dr. Fürst und Co, zudenen auch Dr. Rieger gezählt wird? Oder doch alles Zufall?
Ein bisschen neue Musik 22. Juni 2008
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Reden wir über ein paar Alben die in den letzten paar Wochen das Licht der Welt erblickt haben. Den Anfang macht dann mal
The Offspring – Rise and Fall, Rage and Grace

Mir fällt nicht sehr viel dazu ein. Sagen wir so, The Offspring bleibt The Offspring. Man erkennt einfach jedes Lied. Egal ob es an den maximal vier Akkorden liegt, der marginalen Stimme oder einfach an den „Ahhh Ahhh!“ Backgrounds. Bei fast jedem Lied anzufinden übrigens. Balladen findet man auch auf dem Album. Und manchmal klingt Dexter Holland gar nicht nach Dexter Holland. Eine interessante Erfahrung. Vielleicht die bemerkenswerteste Erkenntnis des neuen Albums. Nach einmal hören bleibt nicht viel hängen. Läuft so durch ohne groß aufzufallen, weder positiv noch negativ. Ist ja auch schon einmal was. Hätte ja auch eine Katastrophe werden können. Mit 40 noch Punk machen kann auch nicht jeder. Das Album rockt schon, keine Frage. Mitsingen kann man auch, wie sollte es anders sein. Aber es ist definitiv kein Meilenstein und einen Award für Best Album of the Year wirds auch nicht bekommen. An den Drums sitzt Gott Josh Freese. Und mir fällt auf, dass Fix You ein bisschen nach Hoobastank klingt. Nicht unbedingt ein Kompliment. Aber das Plattencover sieht gut aus. Das beste Lied – meiner bescheidenen Meinung nach – ist der Closer Rise And Fall. Die Halbwertszeit des Albums beträgt gefühlte fünf Mal hören.
The Fratellis – Here We Stand

Man kann wohl kaum mit einer größeren Hypothek als Costello Music ins Studio gehen. Jeder erwartet ein zweites Chelsea Digger und Co. Die neue startet mit My Friend John durchaus vielversprechend. Ich weiß nicht ob man sie jetzt dafür loben soll, dass man jedes Lied beim ersten Hören mitsingen kann oder nicht. Aber ich denke The Fratellis sind genau auf das aus. Saufen und Singen. Also optimal. Nummer zwei der Platte ist ein bisschen langsamer als der Opener, klingt aber trotzdem gut und man kann auch schön hüpfen drauf. Ein Klavier spielt die Hauptrolle. Und es rockt. Definitv gute-Laune-Musik. Nummer drei macht genau da weiter. Nennen wir das Album einmal solide. Ohne große Überraschungen. Aber trotzdem gut. Die erste Single, Mistress Mable, ist aber definitv nicht der beste Song des Albums. Nach einer etwas schwächeren Mitte im Album wirds zum Ende hin noch einmal richtig gut. Tell Me A Lie rockt. Und wie. Nicht so Indie-Rock. Sondern guter alter 70er britischer Hardrock. Vom feinsten. Zumindest im Intro. Die Strophe ist schon sehr Indie – im Gegensatz zum Chorus. Das beschreibt meiner Meinung nach die Band auch am Besten. Die Indie-Puristen werden mit dem Album nicht so ihre Freude haben. Ich schon. Ja ich gebs zu, ich bin simpel gestrickt, ich find solche Songs geil. Zumindest im Sommer. Danach kommt mein persönlicher Höhepunkt: Acid Jazz Singer. Keine Ahnung warum. Liebe, nette, kleine Melodie, sparsame Begleitung in der Strophe, breiter Chorus. Gemächliches Tempo. Super Sache. Was macht man also wenn das Album zu Ende ist? Noch einmal von vorne bitte. Läuft erst mal auf Dauerrotation bevor es dann nach zehn Mal hören langweilig wird. Halbwertszeit deutlich länger als bei The Offspring.
Coldplay – Viva La Vida Or Death And All His Friends

Das Album beginnt mit einem Instrumental. Dabei kann man auch gleich mal Brian Eno und die damit verbundenen U2 Einflüsse heraushören. Dann gehts erst mal düster los. Ich muss zugeben, es ist das erste Coldplay Album das ich mir anhöre. Deswegen weiß ich nicht was typisch für sie ist und was nicht. Aber es macht einen guten Eindruck. Eine gewisse Leichtigkeit ist den meisten Songs nicht abzusprechen. Lost beginnt mit Orgel und Handclaps. Hat was von Bloc Party. Bei 42 muss ich an Douglas Adams denken. Aber genauso habe ich mir immer Coldplay vorgestellt. Etwas sphärisch, langsam, traurige Melodien, sparsame Musik. Viel zu traurig für den Sommer. Haben sie sich auch gedacht und steigern das Lied mit arabischen Streichern. Nette Idee. Nach dem gefühlt acht Minuten dauernden Mittelteil gerät auch der Gesang etwas optimistischer. Danach wirds erst einmal etwas epischer mit zwei 7-Minuten-Songs. Nicht eines jeden Sache, aber durchaus hörbar. Der erste Titeltrack – bei einem so langem Albumnamen braucht man ja schließlich zwei davon – streicht so vor sich hin. Haut einem beim ersten zuhören jetzt nicht weg. Sehr klassisch angehaucht. Zur Single muss man nicht mehr viel sagen, ich finde sie grandios. Schönes Gitarrensolo, tolle Melodie, klasse Song. Danach fällt das Tempo erstmal schwer ab. Nicht mein Ding. Titeltrack Nummer zwei zieht sich wieder über fast 7 Minuten.
Viele haben ein Problem damit, dass Coldplay im Mainstream angekommen ist. Ich finde das Album beweist das Gegenteil. Nicht gerade Massen-tauglich aber trotzdem schön. Allgemein eher nicht so meine Musik, aber gut gemacht.
And now for something completely different:
MGMT – Oracular Spectacular

Was soll man groß dazu sagen? Die Single und auch gleich erstes Lied der Scheibe, Time To Pretend, hat inzwischen fast jeder schon einmal gehört. Absolut trashige Keys und ironischer Gesang/Lyrics. Tolle Melodie. Bleibt im Ohr. Für gefühlte zehn Jahre. Meiner Meinung nach durchaus Sommerhit-Qualitäten, wenn auch nicht ganz Massen-tauglich und vielleicht nicht nervig genug dafür. Wer jetzt fürchtet, dass das Abum danach stark abfällt behält nicht Recht. Weekend Wars wirkt sparsam. Man sollte aber das Album mit einem gewissen Augenzwickern nehmen denke ich. Musikrichtung? Puh, Indie? Pop? Disco? Egal. Ein Album mit so vielen Ohrwürmern. Außerdem wächst es. Aber sicherlich nicht jedermanns Geschmack. Ganz sicher nicht. Die ersten fünf Nummer sind trotzdem alle Hit-verdächtig. Wobei Kids am ehesten heraus sticht durch sein markantes Keyboard. Zum Ende heraus wird das Album experimenteller, aber nie schlecht. Ein super Album.
Zu guter Letzt kommen wir zum kostenlos-Album
Nine Inch Nails – The Slip
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Bis jetzt nur als Download erhältlich, ab 22. Juli auch als CD erhältlich. Mit Trent Reznor typischen Spielereien wahrscheinlich. Man lasse sich überraschen. Es beginnt erst mal dem Instrumental 999.999 bevor es mit 1.000.000 so richtig losgeht. Scherzkeks. Man merkt ihm an, dass ihm die Gitarre und der Gesang auf Ghosts I-IV schon ein bisschen gefehlt haben. Zumindest macht es ihm Spaß sie zu benutzen. Depressiv ist er trotzdem: I don’t feel anything at all. Mit Letting You geht es weiter. Es steigert sich immer mehr und mehr zu einem aggressiven Sound-irgendwas. Klasse, kommt super. Keine Ahnung was der Mann in seinem Keller alles macht. Discipline rockt wieder, super Schlagzeug mit schöner Bass/Gitarren-Linie. Das Klavier dazu ist wunderschön. Tolle Melodie, das beste Lied und gleichzeitig erste und wohl einzige Single des Albums. Schlagzeug – wie sollte es auch anders sein – von Josh Freese. Echoplex läutet dann den elektronischen Teil des Albums ein. Head Down gibt sich wieder ziemlich aggressiv, den Chorus einmal ausgenommen. Wahnsinn wo er die ganzen Melodien her bekommt. Danach kommen zwei extrem ruhige Nummern. Die erste ist sehr monoton mit einem wirklich durchgehend immer gleich klingenden Piano, während Nummer zwei in über sieben Minuten komplett ohne Text auskommt und sich zum Ende hin steigert. The Four Of Us Are Dying ist wieder sehr sphärisch. Könnte auch auf Ghosts enthalten gewesen sein. Den Schluss macht Demon Seed. Klingt genauso wie es heißt. Die Gitarre klingt ein bisschen nach Discipline. Er zieht den Bogen. Text gibts schon. Mehr als Know I Now verstehe ich allerdings nicht. Viel geflüster. Lauter Dämonen überall. Klasse Nummer. Starkes Album und auch noch umsonst. Klasse Sache, Digipack ist schon vorbestellt. Hat Mr. Reznor früher noch ein halbes Jahrzehnt an einem Album gebastelt, dauerts jetzt gerade einmal eine Woche. Man bemerkt fast keinen Untschied. Ohne Drogen kann man doch ganz gut arbeiten.
Nuno macht ernst 17. Juni 2008
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Auf ihrer MySpace-Seite kann man seit wenigen Stunden Extreme’s erste Single zum kommenden Album hören. Der Titel („Star„) schießt – wie schon Hip Today vom letzten Studioalbum – auf die inzwischen ganz ansehnliche Sammlung von Alphabet-Promis wie Paris Hilton. Muss leider gestehen, dass Extreme schon einmal melodiöser waren. Aber es ist ja nur einer von vielen neuen Songs und er wächst ja grad noch.
Die Tracklist ist inzwischen auch bekannt (wobei Titel 2 dem Namen nach natürlich unschlagbar ist):
01. Star
02. Comfortably Dumb
03. Learn To Love
04. Take Us Alive
05. Run
06. Last Hour
07. Flower Man
08. King Of The Ladies
09. Ghost
10. Slide
11. Interface
12. Sunrise
13. Peace (Saudade)
In eine ähnliche Kerbe schlagen Queen+Paul Rodgers mit ihrem neuen Song C-Lebrity. Das Riff klingt aber schwer nach Tenacious D und man kann Roger Taylors 80er Jahre Einflüsse irgendwie sehr deutlich vernehmen. Wenn sich die drei netten älteren Herren jetzt noch einen anderen Namen suchen, wären wohl alle zufrieden.
Tote SPD 5. Juni 2008
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Seit Montag ist für den SPIEGEL und 276 weitere Zeitschriften die SPD nach über 140 Jahren gestorben. In Umfragen ist sie bei 20 Prozent angekommen. Also ungefähr da wo die FDP immer hin will. Man verübelt der Partei so viele Dinge. Die fehlende Moral, die Große Koalition, die Unentschlossenheit, Gesine Schwan, Kurt Beck, Andrea Nahles und vor allem ihr Verhältnis mit oder zur Linkspartei. Aber genau der letzte Punkt gibt für mich keinen Sinn. Die SPD wird angegriffen weil sie sich nicht klar gegen ein Bündnis mit „den Kommunisten“ ausspricht und Gesine Schwan in einem Jahr mit deren Stimmen zur Bundespräsidentin gewählt werden soll. Von der anderen Seite wird sie angegriffen, weil sie ihre soziale Weltanschauung nicht mehr vertritt und die Möglichkeiten die sich bieten würden nicht nutzt. Seit 1998 hat sie mehr als 30 Prozent der Wähler aus der Arbeiterklasse verloren. Der Stammwähler ist weg. Und wohin? Zur Linkspartei, die inzwischen auf 15 Prozent kommt und noch vor FDP und Grüne liegt. Hallo? Die SPD geißeln weil sie unter Umständen, vielleicht, eventuell auf Bundesebene irgendwann mit der Linkspartei koalieren könnte und gleichzeitig Die Linke wählen? Kann mir den Gedankengang einmal jemand genauer erklären? Ich finde Die Linke auch nicht seriös. Lafontaine ist ein Demagoge – Vergleiche zu historischen Personen spare ich mir jetzt – und ihr Wahlkampf besteht aus heißer Luft, sinnlosen und undurchführbaren Versprechen und vor allem nicht aus einem Programm. Sie stellen viele Fragen, liefern aber keine Antworten. Mit Politik hat dies wenig zu tun, aber was ist schon Politik? Jedenfalls ist diese Partei nicht regierungsfähig, aber 15 Prozent der Wähler würden das Kreuz trotzdem dort machen und beschimpfen gleichzeitig die SPD dafür, dass sie mit der Linken koalieren könnte/würde. Was auch immer. Irgendwie schizophren.
Man sollte bei der SPD nicht vergessen, dass sie eine demokratische Partei ist. Unter Schröder hat dieser Aspekt etwas gelitten, er hat geführt und die SPD ist hinterher gelaufen. Jetzt läuft es andersrum. Nur brauchen jetzt Entscheidungsprozesse deutlich mehr Zeit, viele Meinungen werden ausgetauscht und niemand ist wirklich glücklich mit dem Endprodukt. Aber ist es wirklich besser, wenn von oben diktiert wird und im Dienst der Sache läuft die Partei dann einem/r großen Anführer/in nach? Gebt der alten Dame etwas Zeit, lasst sie in Ruhe für vier oder acht Jahre in die Opposition um sich wieder selbst zu finden und lasst ihr vor allem Zeit bei der Suche nach charismatischen Kandidaten. Einen Brandt oder Schmidt findet man nicht auf der Straße. Beck oder Steinmeier als Kanzlerkandidat? Der eine ist ein provinzialischer Tölpel und der andere ein diplomatischer Kühlschrank. Dabei hätte man es so leicht gegen eine angeschlagene Angela Merkel.



