Liquid Democracy 3. September 2009
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Die Piratenpartei hat sich ein neues politisches Konzept ausgedacht: Liquid Democracy. Kurz zusammengefasst bedeutet das, dass man sich zu jedem Thema einen Wunsch-Repräsentanten wählen darf. Steuer FDP, Soziales SPD und Internet CDU in etwa.
Mich würde interessieren, ob sich jemand in dieser Partei schon einmal mit politischen Theorien und Systemlehre auseinandergesetzt hat. Mich würde auch interessieren, ob irgendjemand, der die Piraten ganz toll und ganz hipp findet, Ahnung hat, was Politik ist, wie und wo gespielt wird?
Eine weitere interessante Frage ist, wie wichtig das Internet ist? Medienwirksamkeitsstudien zu Print- und visuellen Medien in Italien haben gezeigt, dass die politische Berichterstattung (fast) keinen oder nur einen geringen Einfluss auf die Wahlentscheidung der Bevölkerung hat. Wobei hier zu beachten ist, dass die italienischen Medien … nennen wir es: speziell sind. Also ungefähr so zensiert, wie das Internet in Deutschland. Grob. Jedenfalls… muss eine politische Partei meine Internetinteressen im Parlament vertreten? Ich könnte auch meinen Sportverein ins Parlament wählen: mehr Fußballplätze! Ich bin Fan von Wolfsburg, weil die sind Meister. Nächstes Jahr aber wieder Bayernfan. Aber dann nicht mehr, weil dann ist Ribéry weg. Da weiß ich noch nicht, was ich dann gut finde. Hoffenheim?
Pöbelnde Jugend in Regensburg 18. August 2009
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Ja die Stadt Regensburg und ihre Bewohner haben es nicht leicht. Schon gleich gar nicht die in der Altstadt. Nächtlich laufen Hundertschaften an schreienden und prügelnden Jugendlichen vorbei. Fast könnte sie einem Leid tun.
Die SZ hat auf Anfrage herausgefunden, dass zwischen 2004 und 2009 im Schnitt ganze vier Pöbler mehr hinzugekommen sind. Von den drastischen Zuständen – Ballermann und so weiter und so fort – also nichts zu sehen. Daran ist wieder einmal gut zu beobachten wie leicht eine subjektive Wahrnehmung problematisch werden kann und vor allem wie leicht sich Medien einspannen lassen. Sowohl MZ als auch TVA haben eher jugendkritisch berichtet. Die Mehrheit der Bevölkerung glaubte im Anschluss den Ausführungen von OB Schaidinger und Polizeihauptsonstwas mache.
Allerdings muss ich auch als Stadtbewohner sagen: es kann schon auch nerven. Und das Argument „dann ziehe ich eben nicht in die Stadt, ich weiß ja, dass es dort laut ist“ gilt auch nicht immer, es gibt angeblich schon Menschen die länger als 30 Jahre in der Altstadt wohnen und leben. Bevor in Regensburg eine Universität stand, gab es ungefähr drei Kneipen. Grob geschätzt, nur um die Dimension einmal zu verdeutlichen wovon wir reden.
Nichtsdestotrotz ist es natürlich Schwachsinn hier mit Alkoholverbot (verlagert das Problem nur, bzw. behebt es nicht einmal in Ansätzen) oder Kameras (Wer überwacht? Kein Personal bei der Polizei…) zu argumentieren. Regensburg will und soll lebendig sein, da muss man soetwas eben ertragen. Auch wenn es für die Anwohner sicher nicht immer leicht ist. Wer nicht am Kohlenmarkt oder in der Obermünsterstraße wohnt redet sich leicht…
Nine Inch Nails – Get Down, Make Love 18. August 2009
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Mal wieder ein leicht verstörendes Video…
Arbeitslosigkeit 30. Juli 2009
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Alle können es lesen – wenn sie wollen. Ausgerechnet die Jugend findet keine Arbeit mehr. Böse Rente mit 67, ganz zu schweigen von einer eventuellen Rente mit 69! Doch nicht nur das, auch noch Zeitarbeit und Minijobs. Gerade die haben dafür gesorgt, dass die Zahl der Arbeitslosen nicht so anstieg, wie befürchtet. Aber nochmal: Bei den Jugendlichen sieht das anders aus. Anstieg um 50% (zumindest in Regensburg) im Vergleich zu 2008. Und keiner sagt was. Kein Ausbildungspakt wird geschlossen, keine Kampagnen. Niemand ist da, keine Jusos, keine Gewerkschaften, keine Linke. Niemand scheint es wahrzunehmen. Abhilfe? Nicht in Sicht. Selbst aus der Jugend selbst kommt nichts. Keiner sagt was: „Hallo, bin auch da. Hätt gern nen Job. Hab n B.A., sieben Praktika und drei Jahre Auslandsaufenthalt. Bin 23, war bei einer Stiftung und hab nach dem Abi ein FSJ in einer Einrichtung für behinderte Kinder absolviert. Will mich vielleicht wer einstellen?“ Eignet sich doch klasse zum Wahlkampf. Viel besser als ein gestohlenes Auto.
United States of Eurasia 23. Juli 2009
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Das Lied klingt wie eine Mischung aus Lawrence von Arabien, Queen und Choping. Muse eben…

Ein politisches Pamphlet 16. Juli 2009
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Meine sehr geehrten Damen und Herren,
wählt mich, denn ich bin ich bin gut.
Ohne mich – und das träte ein, wählen sie mich nicht – geht die Welt mit mir aber ohne mich zu Grunde.
Ohne mich – und das könnten sie sich – und mir erst recht – nicht verzeihen – wüssten sie und somit auch ich nicht den Weg.
Mich reizt – und ohne mir nicht – auch durch mich und mit mir, die ihre und meinige Aufgabe ihrer und mit und ohne meiner Verbesserung unserer Lebenssituation in dieser ihrer und meiner Welt.
Ich bedanke mich bei ihnen und ihrer Aufmerksamkeit.
Mich
Europawahl 13. Juni 2009
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Nach der grandiosen Wahlbeteiligung in Deutschland von 42% ist die offizielle Marschrute der Politiker, sich darüber zu wundern. Aber wieso? Es gibt ausreichend Gründe, weder als Wähler an der Europawahl teilzunehmen, noch als Politiker, sich für diese stark zu machen. Von den Kandidaten einmal abgesehen, denn die verdienen nicht schlecht in Brüssel/Straßburg.
Welche Kompetenzen hat denn das Europäische Parlament? Grob zusammengefasst sind das: Veto bei Gesetzen, Abstimmung über den Haushalt und die Möglichkeit, die EU-Kommission in ihrer Gesamtheit abzusetzen. Von letzterem wird wohl nie Gebrauch gemacht werden. Zum einen weil die Mehrheiten für diesen Vorgang niemals erreicht werden können und zum anderen: wozu?
Das Veto bei den Gesetzen ist schön und gut, wichtiger aber wäre auch die Möglichkeit der Gesetzesinitiative, eigentlich eines der wichtigsten Kompetenzen eines Parlaments.
Zu guter letzt DAS politische Druckmittel der Legislative auf die Exekutive, der Haushalt. Aber das Parlament darf in Europa nicht über die Agrarausgaben verfügen, die machen aber blöderweise knapp 45 Prozent aus. Somit hat das Europäische Parlament weniger Kompetenzen als das preußische Parlament von 1855. Glückwunsch!
Die Landes- und Bundespolitiker selbst tragen ihren Teil dazu bei, dass die europäische Legislative schwach bleibt. Kein Politiker möchte neben der Landespolitik noch eine zweite, starke Legislative haben. Das bedeutet automatisch Kompetenzen und somit auch Öffentlichkeit bzw. Beliebheit abzugeben. Dementsprechend war auch die finanzielle und personelle Unterstützung für den Wahlkampf.
Alle die jemals auf eine starke Europäische Union hoffen und sich die United States of Europe wünschen sei gesagt, dass es niemals über den jetzigen Stand der low politics hinausgehen wird. In Wirtschafts-, Rechts- und Sicherheitsfragen zusammenzuarbeiten macht Sinn. Aber sich auf eine gemeinsame Außenpolitik zu einigen? Unwahrscheinlich. Die EU ist und bleibt die EWG, zu mehr wird sie sich nicht entwickeln.
Manic Street Preachers – Journal For Plague Lovers 19. Mai 2009
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Selbstportrait?
Die Manics haben sich nach ihrem 2007er Album wieder zurückgemeldet. Ohne große Vorankündigung stand auf einmal Journal For Plague Lovers im Regal. Das Besondere: Sämtliche Lyrics stammen noch vom 1995 verschwundenen Gitarristen Richey James Edwards. Seit er keine Texte mehr beisteuert waren die Veröffentlichungen der Waliser melodiös betrachtet durchaus interessant, reichten textlich aber nie an die „alten“ Werke heran.
Beim Hören des neuen Albums fällt sofort auf, dass es in direkter Tradition zum letzten Manics-Album mit Edwards steht: The Holy Bible. Der dreckige Sound, teilweise verzerrte Stimmen und bei manchen Songs Filmausschnitte oder ähnliches als Einführungssequenz.
Die Deluxe-Edition kommt edel daher. Auf CD 2 befinden sich zwar lediglich die Demos zum Album, dafür ist das Booklet liebevoll gestaltet. Das Format ist das eines klassischen Journals, darin sind die Original-Texte von Edwards abgebildet. Beim Hören lässt sich dann feststellen, dass sich die restlichen drei nicht immer an die Vorgabe halten und teilweise nur Chorus oder Bridge übernommen haben. Neben den Texten finden sich noch Zeichnungen von Edwards. Alles in allem bietet es einen interessanten Einblick in die Seele des vermutlich Toten.
Textlich kommt das Album sehr sperrig daher. Das verraten schon die Namen der Songs wie Jackie Collins Existential Question Time, Virginia State Epileptic Colony oder She Bathed Herself in a Bath of Bleech. Der Opener Peeled Apples klingt als wäre The Holy Bible ein Jahr alt und Journal For Plague Lovers der Nachfolger. Abgehackte Strophe trifft Mitsing-Chorus, sofern einem der Text nicht zu schwer ist:
Riderless horses on Chomsky’s Camelot
Bruises on my hands from digging my nails out
A series of images against you and me
Trespass your torment if you are what you wanna be
Danach folgt mit dem schon eben genannten Jackie Collins Existential Time der erste Höhepunkt des Albums. Eine melodiöse Harmonics-Figur nimmt den Chorus vorweg, dann stellt die Lead-Gitarre ihre Riff vor und James Dean Bradfield darf sich den wichtigen Fragen des Lebens widmen (Tonight we beg the question if a married man fucks a catholic and his wife dies without knowing does that make him unfaithful? – Mummy, what’s a sex pistol?). Song drei – Me and Stephen Hawking – schlägt musikalisch wie textlich in die selbe Kerbe.
Dann gibts auch schon die erste Ballade. This Joke Sport, Severed kommt mit allen klassischen post-Edwards Merkmalen der Manics daher. Streicher, große Melodien und ein millionenfach wiederholter Chorus. Aber es ist gut. Der Titelsong nimmt wieder etwas mehr Tempo auf, kotzt sich aus und bleibt im Ohr. Danach ist bei She Bathed Herself… der Einfluss von Nirvana nicht von der Hand zu weisen.
Facing Page: Top Left nimmt das Tempo wieder raus, spielt mit Harfe und zeigt wie verzweifelt Edwards wohl gewesen ist. Mit Marlon J.D. kommen auf einmal Elektro-Drums ins Spiel. Sie klingen leicht deplaziert und ist insgesamt wohl auch der schwächste Song des Albums. Doors Closing Slowly zählt wieder zu den besseren Balladen der Manics.
Nun sind wir bei Höhepunkt Nummer zwei angelangt: All Is Vanity. Nette Drums paaren sich mit Gitarren-Arpeggien und nem Schuss Wut im Chorus. Pretension/Repulsion spielt wieder mit den leicht kryptischen Lyrics (Shards, chards, the androgyny fail. Odalisque, by ingres, extra bones for sale). Virgina State Epileptic Colony gehört nicht zu den starken Songs der Manics, bleibt ohne Stimmung.
Damit sind wir auch beim letzten Song und absoluten Highlight des Albums angelangt: William’s Last Words. Nicky Wire singt, das kann er wzar eigentlich nicht, führt aber zu einer der rührendsten Balladen der letzten Jahre.
Alles in allem ist Journal For Plague Lovers ein gelungenes Album und ein würdiges Tribut an den verschollenen Gitarristen und Texter Richey Edwards. Allerdings darf man im Jahr 2009 nach dem Wert eines solchen Albums für die aktuelle Musikszene fragen. Natürlich ist es das Erbe eines großen Künstlers, es hat aber heute nichts mehr zu sagen. Für Fans ein muss, für alle anderen ein nettes, kleines (39 Minuten langes) Album.
FC Hollywood 29. April 2009
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Endlich ist er weg, dieser Klinsmann, der Trainer den keiner mochte. Schon irgendwie seltsam, diese Bayern. Wer versteht den Verein? Sie haben Klinsmann geholt als den großer Retter, den Innovator. Er sollte das Bayernspiel offensiver, gefälliger und moderner machen, der FC Bayern wollte wieder an die Weltspitze, wo sie Anfang des Jahrtausends für fünf Minuten schon einmal standen. Als sie die Champions League gewannen, gegen…gegen wen gleich? Achja, diese Spanier da. Hat man auch nicht mehr viel gehört von Valencia seitdem. Seitdem gelang den Bayern nicht mehr viel in der CL, spätestens im Viertelfinale war Schluss. Also her mit Klinsmann, zurück an die Weltspitze.
Und er hat sein Bestes gegeben, hat versucht den Klub zu modernisieren, eine neue Spielweise einzuführen, die er nach wenigen Spielen wieder zurücknehmen musste. Er wollte, dass Bayern zwei taktische Systeme beherrscht. All das braucht Zeit. Die Dreierkette musste er nach wenigen Spielen wieder zu eienr Viererkette umbauen. Den Tempofußball durfte er nicht lange spielen lassen, Rummenigge gings zu schnell.
Aber kommen wir zur Kritik an ihm, was Hoeneß und Co dem Trainerstab vorwerfen.
Zu allererst ist die Abwehr nicht mehr so stabil wie „früher“. Mich würde interessieren, wann sie jemals stabil war. Letztes Jahr haben sie die wenigsten Gegentore in der Bundesliga kassiert. Wenn man sich aber die Gegner ansieht, wundert das niemand. Gings dagegen mal etwas schneller zu, wie es St. Petersburg im UEFA-Cup zelebrierte, sind sie geschwommen. Auch schon gegen Getafe, als Bayern noch Glück hatte in allerletzter Sekunde. Sattelfest was die Abwehr noch nie. Hinzu kommt der Verlust von Kahn. Klinsmann hatte die Vorgabe ihn durch Rensing zu ersetzen. Er hätte gerne einen anderen Torhüter gehabt, durfte er aber nicht, weil Hoeneß Rensing seit zwei Jahrzehnten versprochen hat, auch mal im Tor stehen zu dürfen. Hinzu kommt ein Martin Demichelis, der 5 Klassen unter seiner alten Form spielt. Oder anders gesagt, letztes Jahr ausnahmsweise mal gut war. Kann sich jemand in der Saison davor noch an die Schnitzer gegen Hannover und Co erinnern? Als er sich aufgeführt hat, weil er nicht da spielen darf wo er will, damit er mit zur WM darf? Betrachtet man das Debakel gegen Barcelona, sollte man sich in Erinnerung rufen, dass dort Lell und Breno verteidigen mussten, weil die etatmäßigen Spieler verletzt waren. Lell gegen Messi, dass ist wie San Marino gegen Spanien. Ganz klar Klinsis Schuld.
Hinzu kommt ein unangebrachtes Anspruchsdenken seitens der Bayern-Bosse. Ein Jahr ohne Titel darf es nicht geben. Warum? Hatten auch schon Barca, ManU, Mailand oder Madrid. Chelsea hat trotz Milliarden an Zuschuss noch nicht viel erreicht. Manche Dinge brauchen eben auch Zeit, sie Wenger bei Arsenal, Scharf bei Bremen oder Fergusson bei ManU.
Streng genommen müssten bei Bayern Hoeneß und Rummenigge zurücktreten. Durch ihre jahrelange falsche Personalpolitik steht Bayern da, wo sie jetzt sind. Geschieht ihnen Recht. Aber dafür den Trainer rauszuwerfen ist naiv. Vielleicht stellt sich wieder kurzfristig der Erfolg ein. Meister im nächsten Jahr zum Beispiel. Und dann? Wie sieht die Abwehr aus? Das Mittelfeld? Ribery wird nicht zu halten sein, maximal bis in die nächste Saison. Toni und Klose sind alt. Olic nicht Weltklasse. Viel Spaß.
Neues aus Down Under 30. März 2009
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Nach dem überraschenden Split von Wolfmother gibt es wieder Neues von Andrew Stockdale. Auf seiner Homepage kann man einen neuen Wolfmother-Song – wie es inzwischen fast schon üblich ist – herunterladen. Das Stück heißt Back Round und klingt wie…Wolfmother. Mit ein bißchen Jack White. Wenn ihr auf den Link klickt seht ihr auch ein Foto von Mr. Stockdale. Nix mehr Afro. Sieht fast aus wie der eben genannte Leader der White Stripes. Fast.

